Alkohol. 7 Wege zu einem anderen Trinkverhalten

Genau 67 Tage trinke ich jetzt keinen Alkohol mehr.

Nach einigen längeren Abschnitten im letzten Jahr bin ich wieder schwach geworden und habe mein mir gesetztes Ziel von 1000 Tagen nicht erreicht.

Der Abbruch bedeutete für mich aber auch die Rückkehr zu Bier & Wein am Wochenende und schon mal ein Glas Rotwein zum Abendessen in der Woche.

Ich hatte ja mit den beruflichen Auswirkungen der Corona-Krise einen Vorwand um mir dies auch zu erlauben.

Und genau das ist das schlimmste was passieren kann. Sich selbst den inneren Freifahrtschein auszustellen, dass es völlig in Ordnung ist, heute einfach mal ein Bier oder Glas Wein zu trinken.

Die allerschlimmste Droge überhaupt (Ja, du liest richtig!) hatte wieder zugeschlagen. 

Der Weg war frei.

Es folgten Abende und Wochenenden, die erst mal gar nicht so schlimm waren. Gefühlt. Aber ich wollte schon damals nicht mehr. 

Immer wieder hatte ich ein Mega beschi... Befinden am anderen Morgen.

Am 03.11.20 dann die längst überfällige Entscheidung getroffen. ENDE.


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Kommt dir das bekannt vor?

Offensichtlich hast du kein Alkoholproblem, aber du willst jetzt nichts mehr trinken. Du weißt genau, dass du dich viel besser fühlen wirst am anderen Morgen nach einem Trinkreichen Abend? Stimmt?

Wenn du früher in Gesellschaft erst mal angefangen hast, die ersten Biere zu konsumieren, konntest du schlecht aufhören?

Kommt dir das jetzt irgendwie bekannt vor? Genau so erging es mir auch.

Sind wir schon abhängig?

Wenn man es ganz genau nimmt, JA!

Denn, wir befinden wir uns schon in der 1. von 4 Phasen der Alkoholsucht:

Sie findet fast immer in Gesellschaft anderer statt. Der Alkohol wirkt erleichternd auf uns und veranlasst uns zum Weitertrinken. Wir suchen in dieser Phase immer Gelegenheiten, um beiläufig zu trinken, etwa "früher" bei Sportveranstaltungen, bei Feiern, bei Ereignissen, im Urlaub, bei Besuchen von Freunden oder wie in meinen Fall auch bei dienstlichen Besprechungen oder Veranstaltungen die über 2 oder mehrere Tage gehen. Während der Corona - Krise verstärkt sich diese Phase allmählich auch zu Hause.

Denkst du ernsthaft darüber nach, etwas zu ändern?

Es gibt bestimmt einige Dinge, die dir am Alkohol trinken gut gefallen. Aber auch andere, über die du dir Gedanken machst und die weniger gut sind. Welche überwiegen für dich?

Positiv Aspekte:

∙ Die Geselligkeit

∙ Der Alkohol macht dich locker

∙ Er Entspannt

∙ du kannst Probleme vergessen

∙ Weniger Hemmungen und Ängste haben


Unangenehme Dinge:

∙ Gesundheitliche Folgen für dich

∙ du bekommst mit der Zeit Übergewicht

∙ Es kostet Geld

∙ Ärger zu Hause

∙ du bist weniger leistungsfähig

∙ Verletzungsrisiko (Fahrradtour) :-)

∙ du hast wenig Zeit für deine Familie

∙ Im schlimmsten Fall Führerscheinverlust

∙ du machst verrückte und unüberlegte Dinge


Cool wäre, wenn du jetzt mal darüber nachdenkst welche Dinge bei einer Änderung deines jetzigen Trinkverhaltens positiv wären und welche weniger.

Dazu haben wir eine kleine Vorlage vorbereitet.

Hier als Download

Fülle sie einmal mit deinen Gedanken. Heb sie gut auf!

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7 Wege dein Trinkverhalten zu ändern


Mach dir einen Zeitplan

Es ist wichtig, für deine Veränderung einen bestimmten Zeitpunkt festzulegen. Kläre für dich, an welchem Tag du damit beginnen willst, deinen Alkoholkonsum zu verändern.

Erfahrungsgemäß solltest du folgendes beachten:

Wähle einen Zeitpunkt, wo für dich keine besonders wichtigen Termine anstehen. Sei es beruflich wie privat.

Sollten größere Feiern oder Feste anstehen, was ja aufgrund der aktuellen Situation wahrscheinlich erst mal nicht infrage kommt, überlege, ob du diese besuchen willst, oder sogar absagst? Zumindest in den ersten beiden Wochen …

Weihe andere ein

Es ist wichtig dein Vorhaben anderen mitzuteilen. Sei es Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen, wen auch immer!

Natürlich, wenn du online unterwegs bist auch dort! Vielleicht findest du auch Mitstreiter, die den Weg mit dir gemeinsam gehen wollen. Wer weiß?

Durchbreche deine Routinen.

Wenn du bestimmte Abläufe entwickelst, hast, um Alkohol zu trinken, dann solltest du diese durch andere ersetzen.

Freitags Abends z.Bsp. Es war bei mir immer so eine Routine. Nach Feierabend eben in die Werkstatt zu meinem Kumpel und dann das leckere Feierabend-Bierchen … Manchmal bis die Kiste alle war und wir Nachschub brauchten …

Versuche deine Routinen, die du jetzt noch lebst, zu ersetzen. Geh alternativ zum Sport, in die Sauna, hör Musik und leg dich in deine Wanne, oder, oder …

Gehe mit kritischen Situationen anders um

Lass dich auf keinen Fall zum Alkohol nötigen. Wann auch immer. Ob im Freundeskreis oder bei irgendwelchen Anlässen die Zukunft hoffentlich wieder stattfinden.

Wenn versucht wird dich zu überreden, Alkohol zu trinken, dann lehne es konsequent ab …

Merke dir einfach diese Top 3 Antworten

„Ich habe kein Problem mit dem trinken. Ich war Super darin! Ich habe eher ein Problem mit dem aufhören können. Ein Aufhörproblem!“

„Wenn ich einen trinke, will gleich 5. Also lass ich es.“

„Ich habe überall nachgeguckt.? Kann den Abstellknopf einfach nicht finden … Also, lieber nicht.“

Bekomme die Auslöser in den Griff

Es kann vorkommen, dass du bestimmte Situationen einfach nicht vermeiden kannst. Überleg dir vorher wie du damit umgehst.

Es bleibt natürlich nicht aus, das du immer wieder mit Stress und anderen Belastungen konfrontiert wirst. Aber außer Alkohol zu trinken, gibt es bestimmt eine ganze Reihe von Alternativen, um besser mit Stress umzugehen. Dies wird am Anfang nicht leicht sein, aber für deine Disziplin wirst du belohnt.

Ignoriere die sozialen Verführungen

Wenn es dir schwerfällt in deinem Freundeskreis oder auch in anderen Gemeinschaften, wo Alkohol getrunken wird, keinen oder nur wenig Alkohol zu trinken, dann solltest du die Situation unter Umständen am Anfang meiden.

Auch wie oben schon erwähnt, die ständige Aufforderung zum Trinken kannst du hiermit vermeiden. Wenn du dich doch nicht zurückziehen willst, mach dir klar, daß eventuell vorher aufgetretene Probleme mit deinem Partner z.Bsp., sofort wieder von vorne losgehen können. Willst du das?

Verdränge das plötzliche Verlangen

Wenn du zu denjenigen gehörst die schon länger keinen Alkohol mehr getrunken haben, dann kann es vorkommen, daß plötzlich das Bedürfnis aufkommt, Alkohol zu trinken oder mehr zu trinken, wenn du es mal zulässt, als du vielleicht wolltest. Gib diesem Trinkdruck nicht nach.

Lenke dich sofort ab. Erfahrungsgemäß dauern solche „Verlangensschübe“ ca. 6 Minuten. Sind die überstanden, bist du erst mal über dem Berg.

Irgendwann hören auch diese sporadisch auftretenden Gefühle auf.

JETZT dranbleiben

Wenn du längere Zeit kein Alkohol mehr getrunken hast und wirklich dranbleiben willst, dann ruf dir ab und zu die Gründe ins Gedächtnis warum du es tust. Welche Vorteile genießt du? Gewinnst du hinzu, oder verlierst du etwas?

Vergleich es mit dem Auto fahren. Da hast du auch gelernt, viele Dinge auf einmal machen … irgendwann lief das ganze automatisiert ab. Du brauchtest nicht mehr nachdenken welche Griffe und Tätigkeiten du durchführen musstest, damit dein Auto fuhr. Genau so verhält es sich mit deinem Trinkverhalten. Die Auslöser für deinen Wandel sind nach wie vor da.

Lass es jetzt nicht abreißen und bleib dran.

Das gilt auch, wenn du mal einen kleinen „Rückfall“ hattest. Deshalb sind deine selbst gesteckten Ziele nicht wieder gleich am Anfang. Mach dir keine Vorwürfe, sondern versuche dir deine bisherigen Erfolge vor Augen zu halten.

„Unfälle“ können passieren! Anschließend merkst du, was du bisher alles erreichst hast.

Es gibt durchaus viele Menschen, die dazu neigen sich in diesem Fall genügend Selbstvorwürfe zu machen.

„Das schaff ich sowieso nicht“ oder „Jetzt ist es sowieso egal“ bis hin

„Alles war umsonst“ …

Diese negativen Aussagen solltest du unbedingt vermeiden, da Untersuchungen ergeben haben, daß die Menschen die dies so praktizierten, sehr schnell wieder in das alte Verhaltensmuster zurückfielen.

Ab sofort:

◉ Vorrat

zu Hause solltest du keinen alkoholischen Vorrat mehr haben

◉ Feier

Wenn die Corona-Krise vorbei ist und die Menschen wieder feiern gehen, versuche, wenn du dich mit Freunden triffst, keinen Alkohol, oder zumindest weniger als sonst üblich zu trinken. Am besten bist du gleich der Fahrer. :-)

◉ Am Abend

Wenn du essen gehst (abholst), oder zu Hause zum Essen einlädst, trinke alkoholfreie Getränke.

◉ Bei Schlechter Laune

Trinke keinen Alkohol, wenn du schlechte Laune hast!

Alkohol löst keine Probleme!

Warum der Alkohol meistens eine Rolle spielt

…und wir ihm eine viel zu große Bedeutung beimessen.

Immer wenn wir Spaß haben wollen, abschalten wollen, entspannen wollen, auf die Kante hauen wollen, es mal so richtig krachen lassen wollen …

Immer steht Alkohol im Vordergrund. Scheinbar geht nichts ohne ihn.

Alles erscheint langweilig und wirkt nicht echt ohne Alk. Stell dir ein Fest ohne Alkohol vor? Geht nicht. Zumindest nicht so lange, bis wir es einfach mal gemacht haben …

Aber: All die Dinge machen Spaß, auch wenn es keinen Alkohol gibt.

Die aller meisten von uns kennen es nur nicht. Gesellschaftlich ist der Alk so integriert in unserem Leben, das es schon anstrengend ist, immer wieder zu erklären, warum man gerade nichts trinken will.

Dann ist da noch der gut gemeinte Tipp vom „weniger trinken“.

Trink doch einfach 2 Flaschen Bier und das ist es auch gut …

Nein. Kontrolliertes trinken funktioniert nicht.

Fazit:

Ich werde mittlerweile oft darauf angesprochen, warum ich mich mit dem Thema so stark auseinandersetze. Hast du etwa ein Problem?

Nein. Hab ich nicht.

Aber nicht nur seitdem wir mit rauschfrei.life einen Blog ins Leben gerufen haben, der sich damit beschäftigt Veränderungen anzugehen, weiß ich, dass ich mich um ein Vielfaches besser fühle, wenn ich keinen Alkohol trinke.

Und das will ich einfach!

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Fotos Quelle: 123rf.com – Pexels.com

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