Was ist Craving?

Du gehst einkaufen.

Wie selbstverständlich gehst du durch die verschiedenen Gänge des Supermarktes. 

Und..., jetzt kommt sie, die Getränkeabteilung. 

Bähm!

Die Erinnerung blitzt sofort auf.

Weinflaschen überall. Die bunten Kisten mit vielen Sorten Bier stapeln sich vor deinen Füßen. Wie aus heiterem Himmel schmeckst du auf einmal den weichen Rosé Wein und spürst förmlich diesen prickelnden durstlöschenden Geschmack deines Lieblings Weizenbieres auf deiner Zunge. 

Jetzt ist er da. 

Suchtdruck! 

Craving.


Craving

Foto von cottonbro von Pexels


Das Craving


Der Begriff des Craving ist bisher nur sehr unscharf definiert.

Craving ist ein Konstrukt, mit dem man sich von wissenschaftlicher Seite beschäftigt, welches aber auch im Erleben vieler betroffener von zentraler Bedeutung

ist. Das Craving kann beim Entzug im Kontext des Wunschs der Änderung von als unangenehm erlebten Wirkungen des Suchtmittels auftreten, wobei gleichzeitig Gewissheit besteht, dass der erneute Konsum die negativen Folgen auch tatsächlich beseitigt.*

Tritt das Craving auf, kreisen die Gedanken ausschließlich darum, dieses zu stillen. Man kann sich nicht mehr auf andere Dinge konzentrieren und überlegt sich Mittel und Wege, wie man sich am schnellsten Erleichterung verschafft. 


Was passiert da im Kopf?


Hier jetzt mal ein Beispiel:

Stell dir vor, es ist Freitag und ein richtig schöner Sommerabend steht bevor. Du bist bei deinem Kumpel zum Grillen eingeladen, hast aber vorher noch nichts gegessen. Jetzt kommt was kommen muss ein eiskaltes Weizenbier frisch gezapft, steht vor dir. Voller Freude trinkst du das Glas fast in einem Zug aus und schon Minuten später spürst du diese wohlige Wärme, die von innen hochsteigt. Dieser Effekt bringt jetzt dein Gehirn dazu, 15 x mehr Dopamin auszuschütten als normal. Dopamin über Mittel bestimmte Signale zwischen den Nervenzellen.

Nach diesem Glas schon, hast du das Gefühl, dass alles wieder gut ist und es ein cooler Abend wird … All deine Sorgen und Ängste verschwinden so langsam im Nirwana der jetzt gerade erlebten Situation.

Natürlich bleibt es nicht bei diesem einen Glas und je öfter du das wiederholst, desto mehr prägt sich dein Gehirn die Verknüpfung zwischen Alkohol und dem coolen Gefühl ein. Schon seit Jahrtausenden Jahren speichert unser Gehirn positive und auch überlebenswichtige Ereignisse ab. Diese werden, auch ohne unseren Verstand, wie automatisiert ausgeführt und wiederholt.

Bei uns allen sind die schönsten Erlebnisse im Zusammenhang mit Alkohol im Suchtgedächtnis abgespeichert. Auch der Grillabend mit einem kalten Weizenbier gehört dazu. Je öfter du diese Situation erlebst, desto mehr hat sie sich verfestigt. Somit lässt sich auch erklären, warum du schon am Mittwochabend dich auf den Freitag freust. Denn da wird der Grill angemacht und ein eiskaltes Weizenbier wartet vorab.

Dopamin erzeugt verlangen!

Vielfach ist bei Menschen, die Alkoholkrank sind das Craving ein ständiger Begleiter. Immer wieder kommen sie in Situationen, wo der Suchtdruck so stark ist, dass sie permanent glauben nur durch ein nachgeben diesem Druck zu entkommen.

pexels zachary debottis 4306962

Foto von Zachary DeBottis von Pexels


Wie du mit Suchtdruck umgehst


Bist du auf dem Weg in eine nüchterne Zukunft, dann wirst auch du deine eigene Methode herausfinden, wie du mit Craving umgehst.

Suchtdruck ist insbesondere für alkoholkranke Menschen eine ganz blöde Geschichte. Dein eigenes Gehirn versucht dich zu überreden zu trinken, obwohl du eigentlich nicht mehr willst.


5 Tipps


Tipp Nr. 1

Eine erfolgreiche Methode ist die Ablenkung.

Fange einfach an Dinge zu tun, die du jetzt nicht sofort tun würdest:

Fang an zu joggen!

Gehe in ein Sportstudio!

Ab in die kalte Dusche!

Räume deine Wohnung auf!


​Tipp Nr. 2​

Sage laut und deutlich: STOPP!

Drücke die Reset Taste und Denke in diesem Moment bewusst an etwas anderes. Lenke deine Aufmerksamkeit sofort auf ein anderes Thema.


​Tipp Nr. 3

Lerne deine Auslöser kennen!

Notiere dir die Situationen, in dem der Suchtdruck am stärksten ist. An welchen Tagen oder zu welchen bestimmten Uhrzeiten wird der Gedanke ausgelöst bei dir? Wann genau merkst du, dass du unbedingt Bier oder ein Wein trinken willst?


​​Tipp Nr. 4​

Deine Ziele!

Du hast dir vorgenommen in Zukunft kein Alkohol mehr zu trinken. Du willst unbedingt in eine nüchterne und glückliche Zukunft gehen. Dass du dir dieses Ziel gesetzt hast, ist absolut Spitze! Denke daran in jeder Situation, in der der Suchtdruck stärker wird. Setze das bisher erreichte nicht auf Spiel.


​​​​Tipp Nr. 5

Unterstützung von Freunden

Ein wirklich wichtiger Punkt ist die moralische Unterstützung deiner Freunde und Familie. Auch wenn sie es nicht ganz verstehen, was du vorhast und warum du kein Alkohol mehr trinken möchtest, so ist der Austausch mit Ihnen hilfreich. Danach wird fast niemand mehr fragen, warum du kein Alkohol mehr trinken möchtest.


pexels victor freitas 847484

Foto von Victor Freitas von Pexels


Fazit:

Es gibt nicht nur den Weg oder den richtigen Weg, um mit dem Thema Alkohol umzugehen. Die hier vorgestellten Tipps im Umgang mit Craving sind eine Empfehlung, ersetzen aber keine Therapie.

Nur Bewusstsein schafft Veränderung!

Schaff dir dieses Bewusstsein.

Provision-Links / Affiliate-Links / Fotos

Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind Provision-Links, auch Affiliate-Links genannt. Wenn du auf einen solchen Link klickst und auf der Zielseite etwas kaufst, bekommen wir vom betreffenden Anbieter oder Online-Shop eine Vermittlerprovision, um den Blog zu finanzieren. Es entstehen für dich überhaupt keine Nachteile beim Kauf oder Preis. 

Fotos Quelle: 123rf.com – Pexels.com

Noch keine Kommentare vorhanden

Was denkst du?

..
Lass uns in Verbindung bleiben!
© 2021 by rauschfrei.life