Über uns

Die Details machen den Unterschied.

Alles begann im Jahr 2015

In diesem Jahr veränderte sich vieles für uns.

Nach der Trennung von meiner Frau und den mit sich bringenden Problemen war in den ersten Monaten nicht ansatzweise daran zu denken, auf Alkohol zu verzichten. Warum? Weil ich nicht in der Lage war, daran zu glauben, jemals verzichten zu können. Eine perfide Situation, da ich, wenn es ein paar Flaschen zu viel waren, mir geschworen hatte, aufzuhören.

Hingegen gab es zu Haus bei Susen keinen großen Konsum. Wie bei den meisten Menschen oder Paaren gehörte ein Glas Wein oder

1- 2 Bier alle paar Tage zum Abendessen oder zum Quatschen einfach dazu. Außer, am Freitagabend. Treffen beim Kumpel in der Werkstatt. Entstanden um nach Feierabend „kurz“ 2 - 3 Bier zu trinken, entwickelte sich das Szenario zunehmend als festes Trinkritual. Es wurden mehr und mehr Leute, die sich dort trafen, die letzte Kneipe des Dorfes hatte mittlerweile geschlossen.

Und Susen, war arbeiten, ich hatte „freie“ Fahrt …

Mir war bewusst, dass das nicht lange gut gehen kann. Aus Abenden wurden mehr Nächte, in denen ich betrunken nach Hause schwankte. Coole Mucke wie früher und über private und allgemeine Dinge reden, dazu noch kaltes Bier ohne Ende. Was braucht es mehr, dachte ich lange … die Realität holte mich dann aber am späten Samstagvormittag ein. Dicker Schädel, Durst ohne Ende, großes Hungergefühl und all die be – und versprochenen Dinge, die blieben, wie sie waren. Nichts, aber nichts änderte sich! Woche für Woche, Monat für Monat. Zwischendurch Phasen, in denen ich nachdachte und mich mehr dem Laufen widmete. Susen war zu dieser Zeit ein mahnender Partner.

Heute bin ich ihr dankbar dafür!

Im Laufe der Monate merkte ich, dass sie ein anderes Trinkverhalten besaß wie ich. Mein Ziel war es, möglichst schnell und viel zu trinken. Tranken andere in der Kneipe die „kleinen“ 0,2l Bier, war ich mit einem 0,5l Weizenbier rund. Besser, es passte wunderbar in meine Trinkstrategie. Die Besuche in einer Kneipe oder auf irgendwelchen Festen und Partys wurden seltener. Es sei denn, wir waren im Urlaub und ließen uns es dort „gut gehen“.

Zu Hause wurde weniger Alkohol getrunken. Eines unserer Highlights im Jahr ist der gemeinsame Bergmarathon in St. Anton am Arlberg.
Lange Vorbereitungen ohne Alkohol gehörten mittlerweile dazu und wir freuten uns trotz allem auf die traditionell „erlösende“ Dose Bier unter der Dusche nach dem Zieleinlauf.

Bei einer blieb es nicht …

Damals hatte ich Zeiträume von 150 bis 180 Tagen an dem ich nicht ein Bier oder Wein trank. Es fühlte sich gut an. Richtig gut! Susen war in der Lage nach einem Glas Wein aufzuhören und nicht alkoholisches zu trinken. Das konnte ich nicht. Ein Grund worüber wir öfter stritten.

An meinem Verhalten gegenüber dem Alkohol änderte sich bis zum November letzten Jahres nichts. Lange Phasen des Verzichtes, um dann zuzugreifen. Bier & Wein wie vorher. Am 04.11.20 raffte ich mich nach ein paar Flaschen Bier am Vorabend auf, um am frühen Morgen wie geplant meine Dorfrunde zu laufen. An diesem Morgen sollte sich endgültig das Blatt wenden. Den Typen im Spiegel der mich nach Lauf & Liegestütze anschaute, den will ich niemals mehr sehen.

Das habe ich mir und Susen versprochen!

Heute bezeichne ich mich als aktiven Abstinenzler und ehemaligen legalen Drogenhändler (lange Jahre waren wir selbstständig in der Gastronomie), der kein richtig akutes Alkoholproblem hatte. Gelitten habe ich aber trotzdem in all den vielen Jahren, in denen ich nicht „Nein“ sein konnte und wollte. Lange Nächte, viel Blödsinn, viel Spaß, den ich aber kurzfristig empfand und Unmengen an verpassten Gelegenheiten und Chancen, die auf der Strecke blieben.

Eines möchte ich dir lieber Leser *in mit auf deinen Weg geben. Warte nicht darauf, dass was geschieht. Werde aktiv und verändere deine Leben. Mach dir klar, dass dir nichts entgeht. All die Versprechungen und Zielsetzungen vom Vorabend werden meistens nicht eingehalten. Du wirst nichts verpassen. Im Gegenteil. Du hast nicht mit dem Leben aufgehört, sondern mit dem Trinken von Alkohol.

Und das ist Mega wertvoll. 

Glaub an dich!

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